The Imprint of the Landscape

Olmsted Lecture GSD Harvard 2020 by Günther Vogt

6. Februar 2020, 18:30 Uhr

 

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Was ist der relevante Massstab, um mit der Landschaft der Stadt zu operieren?

 

Spätestens seit der industriellen Revolution sind die Menschen zum bestimmenden Faktor für die globalen Ökosysteme geworden. Diese Tatsache wird offensichtlich, wenn wir beispielsweise die durch menschliche Aktivitäten beeinflussten Sedimentverlagerungen betrachten. Diese liegen heute um das Dreissigfache über dem, was natürliche Prozesse bewirken. Durch den massiven Eingriff des Menschen in das Erdsystem werden aber nicht nur neue Landschaften geformt, sondern auch die Bedingungen für das Zusammenleben in unseren Städten fundamental verändert.

 

Vor diesem Hintergrund erscheinen die Lösungsvorschläge der aktuellen «grünen Bewegung» als wenig tragfähig. Die grünen Fassaden, vertikalen Gärten oder begrünten Brücken kümmern sich primär um ästhetische Aspekte und sind weder nachhaltig noch funktionieren sie als Teil eines Netzwerks gelebter öffentlicher Räume. Die Vegetation wird dabei appliziert auf ein konstruktives Gerüst, zum «neuen Ornament» der Landschaftsarchitektur degradiert.

 

Diesen fein säuberlich komponierten Bildern stellt Günther Vogt mit seinen Projekten einen systemischen Entwurfsansatz entgegen. Der Erfolg der Projekte misst sich dabei nicht ausschliesslich an den gestalterischen Qualitäten, sondern primär an den Konsequenzen für die Umwelt. Ganz im Sinne von Friedrich Law Olmsted, der auf die veränderten Umweltbedingungen seiner Zeit mit einer gesamtheitlichen Sicht auf den Raum begegnete, inkludiert ein solches Denken in Systemen den Einbezug unterschiedlichster Massstabsebenen und führt uns von der Miniatur zum Panorama der Stadtlandschaft.

 

 

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