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Miniaturpanorama

© VOGT

Ein Büroneubau schliesst die Bebauten entlang einer städtischen Uferstrasse und lässt einen schmalen öffentlichen Durchgang frei, der, Glied in einer Kette von Freiräumen, als Stadtgarten verstanden wird. Bedingt durch die Architektur wirkt der Raum exponierend; Passanten und im Erdgeschoss arbeitende Angestellte haben freie Sicht aufeinander.

Die verdichtete Landschafts-Miniatur nach Vorbild eines Alpenpanoramas begleitet die Fussgänger, reguliert ihre Blicke und stärkt so Innen und Aussen als eigenständige Räume. Gleichzeitig entstehen drei Blickrichtungen: der Ausblick aus dem Erdgeschoss des Gebäudes, der Durchblick durch die Passage und der Einblick in den Garten. Befinden sich Passanten vor oder hinter dem Panorama, entstehen irritierende Massstabssprünge für die Betrachter aus den angrenzenden Gebäuden. Es ergibt sich ein Spiel aus Nah- und Fernsicht, Bekanntem und Verfremdetem, Miniatur und Panorama.

Verstärkt wird das Bild des Alpenpanoramas durch die Bepflanzung mit Lärchen. Mit ihrer lichten Belaubung, die sie über die Wintermonate abwerfen, eignen sie sich besonders für die Bepflanzung des eher schattigen Durchgangs. Die leuchtend gelbe Herbstfärbung der Nadeln, die später flächig am Grund des Gartens verteilt liegen, lässt ein besonders atmosphärisches Bild entstehen.