Dräger Medical, Lübeck, Deutschland

Auftraggeber: Drägerwerk AG
Architektur: Goetz und Hootz Architekten
Zeitraum: 2005 – 2008
Fläche: 40 000m2
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Der Neubau der Firmenzentrale von Dräger Medical liegt am Rande des ursprünglichen Firmenareals, das bisher durch eine öffentliche Strasse geteilt war. Durch die Schliessung der Strasse und die Integration der Strassenfläche ins Areal entsteht ein durchgängiger Aussenraum im Sinne eines Campus. Das gestalterische Konzept verbindet die verschiedenen Aussenraum-Typen – den repräsentativen Vorplatz, drei Innenhöfe und einen Parkbereich – zu einem gestalterisch konsistenten, doch im Detail differenzierten Ganzen. Wiederkehrende Elemente und Materialien schaffen den übergreifenden Zusammenhang, während die einzelnen Bereiche ihrer Lage, Nutzung und der Unternehmensphilosophie gemäss unterschiedlich gestaltet sind.

Wichtigstes Gestaltungselement des Platzes sind für die Region typische Findlinge. Die riesigen Zeugen vergangener Eiszeiten schaffen in neuen, abstrakten Zusammenhängen eingesetzt – auf dem Wasser schwebend, aufrecht stehend oder liegend – unterschiedliche Bilder und Perspektiven. Ein Bodenbelag aus farbigem Asphalt schafft visuelle Ruhe und Homogenität. Es entsteht eine eigenständige, repräsentative Fläche, die in ihrer klaren, grundlegenden Gestaltung der Haltung des bodenständigen Familienunternehmens entspricht.

Während auf dem Platz einheimische Gehölze, die an sich eher in der Landschaft zu erwarten wären, als Solitärbäume oder in dichten Gruppen verwendet werden, kehrt der Park das Prinzip um: Obstgehölze als Einzelbäume kontrastieren mit dichten, in ihrer Anordnung und Grösse natürlich scheinenden Gruppen exotischer Bäume mit prägnanten Wuchsformen oder Herbstfärbungen. Die ungewöhnliche Pflanzenverwendung schafft ein subtiles, überraschendes Kippbild zwischen Vertrautem und Fremdem. Die Obstbaumpflanzungen greifen auf eine alte Unternehmenstradition zurück. Die mäandrierenden Wege im Park spielen mit der stark ausgeprägten Topographie und bieten Blicke auf den etwas tiefer gelegenen Fluss, die Alte Trave. Eine leicht überkragende, im Gelände versenkte Mauer im Sinne des A-ha aus dem Englischen Landschaftspark hält den Blick in die Umgebung offen, grenzt aber das Gelände trotzdem nach aussen ab.

Die Innenhöfe sind reduzierte Kompositionen von markanten, skulptural eingesetzten Einzelbäumen in Belagsflächen aus Klinker, einem für die Region typischen Baustoff, der in den Wegen und Mauern im Park wieder auftaucht. Der variable Einsatz der Klinker als Andeutung eines Labyrinths, in Mustern oder als Belag über bewegter Topographie entwickelt die gängigen Verwendungsformen des Materials  weiter.