Garten R. Küsnacht, Schweiz

Die Kultur der Wildnis

Auftraggeber: Privat
Architektur: Meili Peter Architekten
Zeitraum: 1998 – 2001
Fläche: 3 700m2

Einen Garten zu bauen heisst, ein Stück Land einzugrenzen, es zu kultivieren und so von der umgebenden kulturlosen Wildnis abzugrenzen. Findet sich rundum aber nicht ursprüngliche Wildnis, sondern höchstens die vorstädtische Gartenwildnis, stellt sich die Frage, was der Garten ausgrenzen will und was zum neuen Inhalt gemacht werden soll.

Reflexion und scheinbarer Widerspruch generieren die Syntax des Gartens.Nahe der Villa werden klassische Elemente des grossbürgerlichen Gartens neu interpretiert. Ein dicht gepflanzter, exakt geschnittener Lindenkubus thematisiert die Wechselbeziehung zwischen Architektur und Vegetation. In natürlich wirkende Bereiche des Gartens sind als subtile Irritation im gewohnten Bild besondere gärtnerische Zuchtformen eingestreut.

Der Garten als Choreographie der kultivierten Wildnis wird zur ästhetischen Kippfigur. Raumbildende Kulissen und kontinuierliche Raumfolgen in unterschiedlicher Dichte und Transparenz entstehen. Die Konzentration auf das Naheliegende, die innere Weite, wird gefördert.

Das Mass der ästhetischen Wahrnehmung hängt davon ab, inwieweit wir die Ordnung in der vermeintlichen Wildnis zu sehen vermögen. Botanisches Wissen verleiht dieser Ordnung Gewicht und macht sie erst lesbar.