Krematorium Zemst, Belgien

Tumulus

Auftraggeber: Havricrem
Architektur: Christian Kieckens Architecten
Zeitraum: 2012 – 2015
Fläche: 25 000m2

Das neue Krematorium liegt in einer alten Kulturlandschaft, in die sich Siedlung, Gewerbe und Infrastrukturbauten in den letzten Jahren hineingeschoben haben. Dies Nebeneinander der Zeithorizonte - von neu, alt und gestern - ist der Kontext einer Nutzung und Einrichtung, die selbst im Themenbereich „Zeit“ platziert ist.

Kulturlandschaft ist das Ergebnis des Wirtschaftens und Schaffens der Bewohner, sie ist geformt durch Nutzung und selbst Teil der Infrastruktur mit ihren Gräben, Leitungen und Wegen. Die kräftigen Elemente der umgebenden Landschaft sind der Wald, die Wiesen, das Wasser und natürlich der Horizont. Diese Elemente werden auch zu den Stützen der Einbettung des Krematoriums an diesem Ort.

Die Wiesen führen aus der Weite der offenen Landschaft bis an das Krematorium. Sie begleiten den Blick auf den Horizont, nehmen Spazierwege auf; es finden sich landschaftliche Baumgruppen und einzelne Obstbäume. Auch hier ist das Verstreuen der Asche möglich, auch hier sind Orte des Ruhens und der Erinnerung. Zwischen Wiesen und Waldkante ist eine Urnenwand denkbar, an der ein Weg vom Krematorium in die Landschaft vorbeiführt.

Das dritte Element der Landschaft ist das Wasser. Die zahlreichen Gräben formen die Konturen der heutigen Wiesenlandschaft. Als begleitendes Element entlang dem Weg vom Krematorium zur Urnenwand wird ein langes Wasserbecken vorgeschlagen.

Die Beweglichkeit des Wassers, und die Art der Besucher, verstärken das Gefühl für die Vergänglichkeit wie auch die Zeitlosigkeit dieses Ortes. Um die starke Beziehung zwischen den beiden auf zu zeigen, wird eine direkten Zusammenhang vorgeschlagen. Die Abdeckplatten des Urnenwands werden aus Baubronze hergestellt, wo die Buchstaben ausgeschnitten werden. Die Abwesenheit der Buchstaben in der Abdeckplatte der verstorbene Person unterstreicht die kontinue Abwesenheit. Die Buchstaben, die im Wasserbecken gelegt werden, können - durch Wind oder Eingriffe der Besucher - neue Konstellationen formen.

Der Urnenhügel in der Wiese basiert auf den für die Belgische Landschaft charakteristische Tumuli, und die Streuwiese liegt als das Pendant des Urnenhügels in der leichten Topographie.