Kurt-Hackenberg-Platz, Köln, Deutschland

Auftraggeber: Stadt Köln
Zeitraum: 2014 – 2018
Fläche: 3 600m2

Durch die neue Gestaltung des Kurt-Hackenberg-Platzes wird ein qualitativ hochwertiger Stadtplatz geschaffen. Wo dieser Raum vor noch nicht allzu langer Zeit ein einfacher Durchgangsbereich vom Bahnhof zur Altstadt war, erhält dieser nun seinen eigenen Charakter und fungiert in angemessener Weise als verbindendes Element und Eingangsbereich für einige der wichtigsten Institutionen von Köln – der Philharmonie, dem Museum Ludwig und dem Römisch-Germanischen Museum. Hierbei profitiert er zudem von seinem beeindruckenden Hintergrund, dem Kölner Dom.

Im Zentrum des Platzes liegt eine etwa 500m² grosse Fläche mit wassergebundener Wegedecke und lose gestellten Bäumen, die sich an die Tradition der Kölner Stadtgärten, wie den Ebertplatz, De-Noel-Platz oder den Rathenauplatz anlehnt. Unter einem lichtdurchlässigen Dach aus schirmförmigen Sophora japonica kann man sitzen, während die Schatten der Blätter auf den darunterliegenden Belag projiziert werden. Hier wird dem Menschen in diesem sonst durch Bewegung geprägten Raum die ideale Möglichkeit gegeben, sich zu treffen, zu entspannen oder Passanten zu beobachten.

Der Kurt-Hackenberg-Platz erhält sein neues Gesicht durch einen Natursteinteppich, für welchen regionale bergische Grauwacke Verwendung findet. Trotz der streng regelmässigen und linearen Anordnung des Materials im Reihenverband entsteht durch die bewusst genutzten unterschiedlichen Steinfärbungen und Formate ein dynamisches und lebendiges Gesamtbild.

Ebenfalls aus Grauwacke sind die beiden 22 m langen modularen Sitzelemente umgesetzt, die entlang des begrünten Platzbereiches positioniert sind und den Blick in den Platz oder zur Strasse erlauben. Die massiven Steinblöcke unterschiedlicher Höhe stehen in enger Folge als zusammengehörendes Sitzelement beieinander und muten - unterstützt durch die präzisen Schnitte und Kanten des Materials - skulptural an. Die so entstehende Silhouette wirkt komplex und verändert sich mit dem Standort des Betrachters und seinem Blickwinkel auf den Platz.

Einen weiteren Höhepunkt bildet der für den Ort massgeschneiderte Trinkbrunnen aus Bronze, der aus drei Teilen besteht, dem eigentlichen Brunnenelement mit Wasserschale, dem trichterartigen Hörelement und dem unterirdischen Resonanzkörper. Der Brunnen soll als Instrument verstanden werden – mit dem Wasser als Spieler. Dieses wird im Resonanzkörper aufgefangen und tropft in seinem Inneren auf hier installierte Klangkörper, deren Klang über das darüber liegende Hörelement zurück zum Trinkenden befördert wird. Der Brunnen verbindet die Tätigkeiten des Trinkens/ Schmeckens und Hörens und übersetzt so die sensorische Beziehung des Kurt-Hackenberg-Platzes zu den Kölner Domglocken.