Landschaftsbau Masterplan, Kaplankaya, Türkei

Haus, Garten, Landschaft

Auftraggeber: Anonymous
Architektur: Various internationally recognised architects
Zeitraum: 2006 – 2008

An der türkischen Küste wurde eine neue Siedlung geplant, die  nicht nur hochstehendes Feriendomizil sein, sondern auch den festen Einwohnern ein lebenswertes Wohnumfeld bieten sollte. Das Fehlen von gewachsenen Strukturen sollte bewusst als städtebauliche Chance genutzt werden - und bot uns als Landschaftsarchitekten die seltene Gelegenheit, die Planung des Freiraumes von Anfang an zu begleiten.

Der übergreifende Masterplan der Architekten definiert übergeordnete Nutzungszonen und entsprechende architektonische Typen für die gesamte Stadt. Der landschaftsarchitektonische Masterplan, der zunächst exemplarisch für zwei Zonen erstellt wurde, übersetzt diese Planung quartierweise in konkrete städtebauliche Freiraumelemente und Aussenraumtyplogien.

Geologische, topografische, biologische, ökologische und kulturhistorische Gegebenheiten machen die Eigenart des Ortes aus. Aus diesen Grundlagen leiten sich die zentralen freiraumplanerischen Themen ab: Die am natürlichen Geländeverlauf angelehnte Terassierung der Landschaft ist in dem zum Meer abfallenden Gelände nicht nur die nachhaltigste Bauweise, sondern wird auch zum charakteristischen gestalterischen Element.

Pflanzungen einheimischer Bäume schaffen eine Vegetationsstruktur, die die Terassierung nachzeichnet. Die typische Vegetation der Grenze zwischen Salz- und Süsswasser bestärkt mit ihren Wuchsformen und Farben den lokalen Charakter.  Auswahl und Verteilung der Vegetation, der Beläge, Materialien und baulichen Elemente definieren zugleich  die Freiraumtypen und klären räumliche Hierarchien, die eine Strasse als Neben- oder Hauptstrasse, einen Platz als Quartier- oder übergreifenden Stadtplatz erkennbar machen.

Mauern aus einheimischem Stein ziehen sich als durchgehendes Element durch die Stadt. Ihre Höhe und Gestaltung unterscheidet die Stadtteile und die architektonischen Typlogien. Wasserreservoirs lösen das Problem der Wasserversorgung in der trockenen Region und integrieren  ein weiteres typisches Element der Umgebung in den urbanen Raum.

So entwickelt der Masterplan das durchgängige Konzept einer neuen Siedlung mit einem eigenen, in der Region verwurzelten Charakter.  Von der Landschaft zum Platz zum Garten zum Haus.  In der Detailgestaltung lassen die Vorgaben Raum für Individualität. Wie das konkret aussehen kann, zeigen Konzeptstudien zu Anlagen wie einem Hotel oder verschiedenen Villengärten.