Parliament Square, London, Grossbritannien

The shape of a walk

Auftraggeber: Transport for London
Architektur: Hawkins Brown
Zeitraum: 2007 – 2008

Parliament Square - Skizzen und Studien

Das politische Zentrum Londons rund um den Parliament Square, den Westminster-Palast und Westminster Abbey gehört zum Weltkulturerbe. Räumliche Veränderungen an diesem Ensemble sind aus politischen wie Denkmalschutzgründen höchst sensibel. 2007 wurden Vogt Landschaftsarchitekten eingeladen, das Planerteam von Hawkins Brown und DSDHA bei der Aufgabe zu unterstützen, den Parliament Square und seinen Kontext räumlich und gestalterisch zu überdenken, um den heute vom Verkehr dominierten Platz zugänglicher und einladender zu gestalten.
 
Das Aussenraumkonzept basiert einerseits auf dem geologischen und historischen Hintergrund des Platzes, andererseits bezieht es sich auf eine ländliche Tradition: Die britische Tradition des Spazierens. Ergebnis dieser Synthese ist ein Konzept, das den Typus des Englischen Platzes radikal neu interpretiert und dabei in Gestaltung und Topographie spezifisch auf die Fussgängerperspektive eingeht. Während der urbane Fussgänger sich möglichst direkt seinem Ziel nähert und dabei Häuser und andere Hindernisse umgeht, orientiert sich der ländliche Spaziergänger in der Weite der Landschaft an Aussichtspunkten und Landmarken, die er weder als Ziel noch als Hindernis, sondern als Teil des Weges versteht.

Die Umgestaltung des Parliament Square zitiert diese  landschaftliche Form und Sichtweise. Zwei raumwirksame Gestaltungselemente prägen den Platz. Der «Copse», ein von einer Mauer umgebenes, ovales Waldstück, wie man es häufig in der englischen Kulturlandschaft sieht, wird auf dem Parliament Square zur begehbaren, eingefriedeten Aufenthaltsfläche mit Sitzgelegenheiten uminterpretiert. Das Zentrum des Platzes selbst ist leicht erhöht. An der höchsten Stelle des kleinen Hügels befindet sich der «Tisch», eine kreisrunde Platte, die als Skulptur, Treffpunkt oder Bühne, aber auch als Sitzgelegenheit interpretiert werden darf. Der urbane Hartbelag betont die landschaftliche Form des Hügels.

Subtil verbindet der Entwurf die neuen Elemente mit dem Bestand – vor allem den berühmen Statuen und den bestehenden Bäumen. Topographie und Belagsmuster bieten eine Vielzahl möglicher Choreographien für den Weg über den Platz: Er wird Rahmen und  Bühne für die Bewegungsmuster des urbanen Menschen.

Obwohl das Konzept aus politischen Gründen nicht umgesetzt werden konnte, wurde es von der Westminster Society 2008 für herausragende Gestaltung ausgezeichnet.