Ricola Kräuterzentrum, Laufen, Schweiz

Architektur: Herzog & de Meuron (Basel)
Zeitraum: 2015

Mit dem Bau von Herzog & de Meuron vereint die Ricola AG die ganze Produktion an einem Standort. In dem grössten zeitgenössischen Lehmgebäude der Welt werden jährlich 1'400 Tonnen frische Kräuter aus den Schweizer Berggebieten getrocknet, geputzt, zerschnitten und letztendlich zu der geheimen Ricolamischung aus 13 Kräutern gemischt.

Das Kräuterzentrum schliesst überwiegend an landwirtschaftlich genutztes Land an. Das 100 Meter lange und 11 Meter hohe Gebäude hat durch seine 45cm dicke Lehmfassade aus lokal gewonnenem Material einen starken Bezug zum Ort. Die umgebenden Flächen sollen diesen Charakter unterstreichen.

Neben der Ergänzung der bestehenden Wildhecke ist vor allem die Herstellung einer artenreichen Wiese, in welcher das Gebäude steht, das prägende Thema der Umgebung. Die ca. 9'000m2 grosse Wiese enthält als typische Jura-Wiese einige Kräuterarten, welche für die Firma Ricola und ihre Kräuterbonbons die Basis bilden. Die Schaffung dieses Bildes erfolgt unter dem für die Firmenphilosophie der Ricola prägenden Thema der Nachhaltigkeit. Ein längerfristiger Prozess mit dauerhaftem Ergebnis und ohne Zuhilfenahme von Pestiziden, mineralischem Dünger etc. Die unterschiedlichen, durch Hecke und Gebäude geschaffenen Standortbedingungen zwischen schattig, halbschattig und sonnig sorgen für eine weitere Differenzierung. Mittelfristig wird das Bild einer Fromentalwiese angestrebt, langfristig wird sich auf der Fläche eine Trespenwiese einstellen.

Neben einem Besucherweg sind für das Kräuterzentrum als Industriebau einige befestigte Flächen wie z.B. Anlieferungsflächen erforderlich. Um ein möglichst einheitlichen Bild zu erzielen, entsprechen die Materialien der Chaussierung und des Schotterrasens den Zuschlagsstoffen der Lehmfassade und kommen aus einem Umkreis von acht bis zehn Kilometern.

 

Artikel auf swiss-architects.com
Fernsehbeitrag auf SRF