Südpark Basel, Baufeld D, Schweiz

Artifizielle Natur

Auftraggeber: Schweizerische Bundesbahnen SBB
Architektur: Herzog & de Meuron
Zeitraum: 2003 – 2011
Fläche: 4 000m2
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Die Grünelemente des Gundeldinger Quartiers sind durch die ruderalen Vegetationsflächen der SBB-Anlagen, durch Margarethenpark und Bruderholz sowie durch lockeres Strassengrün und Vorgärten geprägt. Der zentrale Bereich der Anlage, der Ahornhof, ist ein Hof mit artifiziellem Charakter. Wie ein Bild zeichnet er einen aus der Natur interpretierten Ausschnitt der Vegetation des japanischen Ahorn-Waldes nach. Durch seine Nutzbarkeit wird dieser für die Menschen erleb- und spürbar.

Wie Bonsai stehen Tröge mit japanischen Fächerahornen im Hof. Die amorphe Form der Vegetationsbereiche ist gänzlich gelöst von der strengen Sprache der Architektur. Die Bäume  bieten über das Jahr verteilt verschiedene Aspekte des Laubwerks im Austrieb, im Sommer und während der Herbstfärbung. Kleinere Sorten bilden dabei eine untere Schicht, darüber ragen Sorten mit Baum-Habitus von 5-7 Meter in die Höhe. Die Stämme und das feine Astwerk zusammen mit der Unterpflanzung lassen eine eigene vegetative Welt entstehen. Einzeln in der Fläche verteilte Zierkirschen geben dem Hof einen Blühaspekt, während die malerischen Stämme aus einem grünen Teppich aus Schlangenbart-Stauden hervorragen.

Der exotischen Pflanzenwahl steht die ortsbezogene Materialität des Bodenbelags entgegen. Die verwendeten hellen, einheimischen Kiese bilden einen dezenten Kontrast zur dunklen, humosen Vegetation und betten die Pflanzinseln in scheinbar vertraute Umgebung.