Schweizerisches Landesmuseum, Zürich, Schweiz

Wasserspiegel

Auftraggeber: Eidgenössisches Bundesamt für Bauten und Logistik
Architektur: Christ & Gantenbein Architekten
Zeitraum: 2007 – 2016
Fläche: 19 000m2

Wer am Zürcher Hauptbahnhof ankommt, gelangt nach wenigen Schritten in einen der bekanntesten Parks der Stadt: Den Platzspitz. Zunächst Schützenplatz, später barocker Lusthain und wichtiger Teil der Landesausstellung 1883, verkam der Platzspitz in den 1980er Jahren zum berüchtigten Zentrum der offenen Drogenszene. Seit seiner Sanierung 1993 ist der Park wieder öffentlich zugänglich. Die bestehenden Strukturen und der wertvolle alte Baumbestand machen ihn zu einem attraktiven, auch aus Sicht der Gartendenkmalpflege bedeutsamen Freiraum in bester Lage.

Der Weg von der Stadt in den Park ist eine Abfolge unterschiedlicher Aussenraumtypen: vom Museumsvorplatz und den seitlichen Parkzugängen über den Museumshof und den neuen Gartenhof, der sich aus der Situierung des Neubaus ergibt, bis in den eigentlichen Park. Die Neugestaltung unterstützt die unterschiedlichen Funktionen dieser Freiraumtypen.

Die Verlegung des Haupteinganges des Museums rückt den Museumsvorplatz stärker ins Zentrum. Es entsteht ein städtischer Platz, der repräsentative Grosszügigkeit ausstrahlt und viele Nutzungsmöglichkeiten offen lässt. Ein von den angrenzenden Flüssen Limmat und Sihl inspirierter Bodenbelag bestimmt die Atmosphäre auf dem Platz: In eine hochwertige Asphaltfläche werden Flusskiesel eingearbeitet und als Einschlüsse sichtbar. Der durchgehende Asphaltbelag hält die unterschiedlichen Freiraumtypen visuell zusammen. Zugleich wird der Baumbestand zu einer durchgehenden Alle ergänzt. Es entsteht ein beschatteter, stimmungsvoller Übergang zwischen Stadt und Park, der Durchgangs- und Kurzaufenthaltszonen, aber auch die nötige Möblierung bietet.

Der durch den Anbau entstehende Gartenhof zeichnet sich durch seine reduzierte Gestaltung aus. Mit wenigen, markanten Elementen wie dem schattenspendenden Hofbaum und zwei Wasserbecken inszeniert er den Blick auf den Park. Tagsüber das Tor zwischen Park und Museumshof, erzeugen die Spiegelungen der beleuchteten Wasserflächen und die Reflektion der Neubauwände nachts den Eindruck einer Grotte.

Die geplante Umgestaltung ermöglicht, das Potential des Ortes auszuschöpfen und ihn wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken – als Erholungsraum, Platz, Promenade und ureigensten, zentralsten Zürcher Stadtpark.