SIA Hochhaus, Zürich , Schweiz

Rund ums Haus

Zeitraum: 2006 – 2008
Project-Pdf

vom Kiesel zum Pflanztrog

Der Entwurf von Romero und Schaefle für den Umbau des SIA-Hochhauses schafft einen schwebenden Körper, der Vorne und Hinten auflöst, durch den sich die Stadtlandschaft hindurchzieht und der Kontext erkennbar wird. Durch die Aufständerung des Gebäudes entsteht  ein öffentlicher Bewegungs- und Aufenthaltsraum, der  mit dem Sichtbezug zum Schanzengraben und zum Alten Botanischen Garten ein Stück Geschichte der Stadt und des Landschaftsraumes Zürich spürbar macht.

Zentrale Entwurfsthemen für den Aussenraum sind Eintritt und Bewegung im Raum. Der zielgerichtete, schnelle Schritt durchs Stadtgefüge verlangsamt sich beim Betreten des Hofes zu einer kurzen Pause, einem Spaziergang durch eine urbane Gartenlandschaft, in der sich die Öffentlichkeit der Stadt und die Intimität des Gartens begegnen. Gewohnte Eindrücke verändern sich beim Blick auf die Gestaltung des Hofes, die mit ihren Elementen Themen der Strasse und Zeugen des ursprünglichen Gartens neu interpretiert und zusammenfügt. Der durchgängige Bodenbelag ist dabei eigenständiges Gestaltungselement und verleiht der Fläche übergreifende Raumwirkung. In Anlehnung an die Kanaldeckel der Strassen durchbrechen durch Sandstrahlung aufgehellte Kreise den homogenen Asphalt: Es entsteht ein urbaner Teppich mit regelmässigem Kreismuster.

Fünf frei im Raum platzierte, amorphe Betonelemente strukturieren die Fläche, ohne die Sichtbeziehungen zu stören. In Form und Materialität an überdimensionierte Flusskiesel erinnernd, bieten sie in ihren Vertiefungen Raum für Wasser, Humus und Pflanzen. Das erste Element, ein Brunnen, steht zwischen dem Durchgang unter dem Gebäude und dem Hof. Vier weitere Elemente gliedern den Raum in seiner Tiefe.

Die Bepflanzung mit verschiedenen selten verwendeten Ahornarten orientiert sich am erhaltenen Bestand des ursprünglichen Restaurantgartens. Zugleich ist sie Reverenz an die Sammlung des nahen Botanischen Gartens. Im Verlauf der Jahreszeiten wird das Spektrum der verschiedenen Arten erkennbar: Im Winter bestimmen schuppenartige oder mit Linien gezeichnete Rinde und die verschiedenen Wuchsformen das Bild. Blüte und Blattform bieten in Frühjahr und Sommer visuelle Vielfalt. Die leuchtende Herbstfärbung der verschiedenen Ahorn-Arten setzt einen farbigen Akzent in den Hof, ehe die Blätter fallen.