Suurstoffi Ost Areal, Rotkreuz, Schweiz

Die grüne Mitte

Auftraggeber: Zug Estates
Architektur: Bob Gysin + Partner; Burkhard Meyer; Ramser Schmid Architekten
Partner: Pasquale Baurealisation; Zanoni Architekten; Wismer und Part
Zeitraum: 2013 – 2020
Fläche: 35 000m2

Nachdem in den vergangenen Jahrzehnte im Gegensatz zu den Metropolitanräumen die Entwicklung der voralpinen Regionen eher beschaulich und ruhig verlief, zeigt sich an günstig gelegenen Orten durch eine deutlich verbesserte Verkehrsinfrastruktur heute ein starker Trend zur Urbanisierung.

Die Gemeinde Risch - Rotkreuz profitiert durch die Lage an einem Autobahn- und Bahnknoten zwischen Zürich/Zug, Luzern und Schwyz, ebenso wie durch die Lage an den voralpinen Seen. Am Quartier Suurstoffi ist diese Entwicklung in einem rasanten Tempo exemplarisch ablesbar.

Das Freiraumkonzept sucht den Anschluss und die Weiterführung der Grundregeln der bereits bestehenden Anlage, jedoch als typologische und gestalterische Ergänzung zum Bestehenden.
 

Die wesentlichen Elemente  des Freiraums sind der zentrale Square und die Stadtgärten.

Der Square wird das künftige öffentliche Herz des Quartiers. Das Prinzip für das Konzept entstammt dem Vorbild der Englischen Squares. Diese städtischen Freiräume weisen sowohl ein hohes Mass an Bewegungsflächen für den Langsamverkehr entlang der Gebäude auf und besitzen zugleich eine hohe, qualitätvolle vegetative Dichte im Zentrum des Platzes, in welche auch verschiedene Aufenthaltsorte und Spielbereiche eingebettet sind.

Die Eingänge in das Quartier sind mehrfach belegt: sie dienen als Gebäudezugänge, Anliefer- und Rettungswege und müssen zugleich die Parkierung von PW und Velo aufnehmen. Gleichzeitig sind dies die Orte der Ankunft und der Adressbildung, die ein ausreichendes Mass der Gestaltung und Elemente der Wiedererkennung für das Quartier aufweisen.

Diese Funktionen werden in den heckengefassten Stadtgärten gebündelt. Diese  werden als flexible Elemente verstanden, welche typologisch die Kontinuität innerhalb des Areals sichern, gestalterisch einen klaren Rahmen definieren, hinsichtlich Nutzung und Ausformung aber flexibel bleiben und auf die teils noch unbekannte Erdgeschossnutzung reagieren können.
 

Prägende Themen des Freiraums sind die vielfältige Vegetation und das Wasser.

Während die Vegetation des Zentrums mit parkartigen Einzelbäumen und Baumhainen, mit grossen Krokusfeldern und üppigen Staudenpflanzungen Bilder eines grosszügigen Parks erzeugen, zeigen die Stadtgärten mit präzise geschnittenen Heckenräumen und Kleinbäumen das Bild städtischer, effizient genutzter Gartenräume.

Ein Urwald-Relikt verweist mit Sumpfzypressen, Hartriegeln, Magnolien, Mammutbäumen und Farnen auf die spezifische Naturgeschichte des Ortes.

Überlagert wird der Reichtum der Vegetation mit verschiedenen Phänomenen des Wassers: als Wolkenspiegel, Nebel, bemooste Tropfwand oder auch nur Geräusch von fallendem Wasser verweisen die Elemente auf den hier ursprünglich gelegenen See, ebenso wie die nachhaltige Nutzung des Regenwassers im Quartier.