Tate Modern Extension, London, Grossbritannien

River Work

Auftraggeber: Tate Gallery of Modern Art
Architektur: Herzog & de Meuron
Zeitraum: 2007 – 2016
Fläche: 10 000m2

Die neue Landschaft der Tate Modern Gallery arbeitet mit der Natur und handelt von der Natur, mit dem Fluss und von dem Fluss: seine Gezeiten, Farben und Sedimentation. Im Ganzen vereint diese informelle Landschaft die vielseitigen bestehenden und neuen Elemente des Geländes, sie setzt sich aus großzügigen öffentlichen Flächen, einer umfangreichen bepflanzten Böschung und Wiesenflächen zusammen.

Die Oil Tank Wall ist ein Schlüsselelement der Gestaltung, eine überirdische Erweiterung der untertägigen Öltanks. Die organische Erscheinung und Materialität der Mauer evoziert die Geologie des Themsetals, die Gesteinskörnung des Waschbetons geht von spärlich zu dicht über, und gibt dabei die Sicht auf die eingegossene Kieselsteinmatrix frei. Die Oil Tank Wall umschließt zwei große, kreisförmige Terrassen, südlich und östlich vom Gebäude, direkt am neuen Galerieeingang und Café, welche die Haupttreffpunkte für Besucher darstellen.

Der massiven Präsenz der Oil Tank Wall stehen die weichen Landschaftselemente gegenüber: Die Masse des Spine Planting mit Baumgruppen und die sanfte, wogende Weite des Southern Lawn. Die dichte Setzung von mehrstämmigen Birkenarten im Spine Planting spiegelt den Auencharakter der Landschaft und schafft eine grüne Kulisse für den Southern Lawn. Zusammengenommen verleiht die starke Topographie dieser beiden Elemente dem schmalen Gelände Tiefe. Eine Mischung von Steckzwiebeln und mehrjährigen Pflanzen befinden sich unter den Birken, sie erzeugen einen dicht bewachsenen Unterholz. Gruppen von ausgewählten Baumarten, die für öffentliche städtische Flächen typischer sind, befinden sich in Abständen auf der Fläche, bereits vorhandene Spezies prägten die Sortenwahl. Im Vergleich zum Southern Landscape ist die Prägung des Western Landscape viel weniger von der Präsenz der neuen Galerie beeinflusst. Dichte Hecken bilden einen Sichtschutz für den westlichen Güterumschlagplatz und einen Fahrradstellplatz, ein sanfter Rasenhügel – eine temporäre Intervention – nimmt den Großteil der westlichen Ansicht ein.