UCL East Campus, London

Rhythmus der Veränderung

Auftraggeber 
University College London
Kollaboration 

Stanton Williams and Lifschutz
Davidson Sandilands, London
AKT/Arup, LLDC, London

Prozess
2016
Status 
ongoing
Fläche 
56 000m2
Land 
Grossbritannien

Im Zentrum der Idee für die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2012 stand eines der grössten urbanen Sanierungsprojekte Europas. Das Lower Lea Valley, ein Gebiet, das seit dem Niedergang der Industrieproduktion in den 1960er-Jahren von der Stadtplanung stark benachteiligt wurde, sollte mit Interventionen in unterschiedlichen Massstäben vor, während und nach den Spielen umfassend entwickelt werden. Eines der vielen Projekte, die basierend auf dem langfristig angelegten Konzept immer noch vorankommen, ist der neue Campus für das University College London auf dem Gelände des Queen Elizabeth Olympic Parks.

Der River Lea ist der grösste Nebenfluss der Themse im Grossraum London. Im Mittelalter bildeten seine tief liegende Flusslandschaft und die mäandernden, überschwemmungsgefährdeten Wasserläufe eine natürliche Grenze, eine periphere Landschaft. Der ertragsarme Boden und die starken Westwinde, die Nähe zur Themse und die Möglichkeit, mit einfachen Mitteln Energie zu gewinnen, bildeten die Grundlage für die industrielle Entwicklung ab dem 17. Jahrhundert. Durch die zahlreichen menschlichen Eingriffe entstand eine physisch fragmentierte Landschaft, die später durch den Rückzug der industriellen Nutzung in eine Brache transformiert wurde. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts rückte der Ort wieder in das Bewusstsein der lokalen Planungsbehörde.

Frühe Pläne zur Sanierung gehen auf Patrick Abercrombie zurück, der vorschlug, das Lea Valley als Teil des Greater London Plan von 1944 in einen «grünen Keil» umzuwandeln; dies wurde 1967 in Form des Lea Valley Regional Parks auch realisiert. Der südliche Teil blieb jedoch eine vernachlässigte Gegend mit einem auffälligen Bruch zur umgebenden dichten urbanen Bebauung.

Im Jahr 2005 ergab sich eine neue Gelegenheit, das Gebiet dauerhaft mit dem umliegenden Stadtgefüge zu verbinden, als London als Austragungsort der Olympischen und Paralympischen Spiele 2012 ausgewählt wurde. Das Hauptargument für den Zuschlag war ein nachhaltiges Stadterneuerungsprogramm, das London für das Lower Lea Valley versprochen hatte. Dieses Projekt, das in seiner Grössenordnung und seinem Entwicklungstempo beispiellos ist, entsprach ganz den Ambitionen von Abercrombie und dehnte seine Grenzen nach Süden bis zur Themse hin aus. Bei der Gestaltung des Legacy Masterplan Framework und des Queen Elizabeth Olympic Parks ging es insbesondere darum, die bereits existierenden Elemente des Standorts zu integrieren: den River Lea, das komplexe System öffentlicher Freiräume sowie die umgebende Landschaft.

Nach dem Ende der Spiele war die Transformation der Olympialandschaft in ein Wohnviertel eine der wichtigsten Herausforderungen bei der Etablierung des Standorts. Das East Village, direkt vor den Toren des Queen Elizabeth Olympic Parks gelegen, war die erste Wohnhinterlassenschaft – wo während der Olympischen Spiele vorübergehend die Athletinnen und Athleten untergebracht waren, kamen anschliessend mehr als 6000 neue Bewohnerinnen und Bewohner unter. Eingebunden in die langfristigen urbanen Transformationen, die dem Lower Lea Valley eine neue Form geben werden, ist der neue Campus für die UCL East eine von zahlreichen grossen Institutionen, die sich nach und nach im Queen Elizabeth Olympic Park niederlassen werden.