Veolia Headquaters, Paris

Blicke über die Stadt

Auftraggeber 
Veolia/Icade
Architektur 
Dietmar Feichtinger Architects
Paris
Zeitraum
2012 – 2016
Fläche 
3 900m2
Land 
Frankreich

Der neue Hauptsitz von Veolia befindet sich am nördlichen Rand von Paris, wo Überbleibsel einer industriellen Vergangenheit unmittelbar an eine zunehmend dichte Bebauung anschliessen. Der Vorort besteht aus grossmassstäblichen und eng nebeneinanderstehenden Lagerhäusern aus dem Textilhandel, prekären Wohnvierteln, Brachflächen, einem Einkaufszentrum und neuen Bürohäusern. Hier öffnet sich das u-förmige Gebäude des Hauptsitzes zum Becken von Aubervilliers, einem Arm des Canal Saint-Denis. Diese starke räumliche und visuelle Beziehung bildet die Grundlage des Projekts, das die innere Landschaft zwischen den einzelnen Gebäudeteilen mit dem urbanen Horizont verbindet.

Eine Sequenz von Höfen auf mehreren Ebenen gliedert die Gebäudevolumen und vermittelt zwischen den einzelnen Teilen. Zurückversetzte, schattige und geschützte Räume wechseln sich dabei mit offenen und weitläufigen ab. Ein Spiel aus dichten Pflanzungen, verschiedenen Materialitäten und einer differenzierten Topografie schafft Bereiche, die auf die unterschiedlichen Nutzungen im Inneren des Gebäudes Bezug nehmen.

In den Höfen unterhalb der Strassenebene wächst ein kleiner Wald aus Birken, Pappeln und Kiefern auf beiden Seiten des Pavillons, in dem die Cafeteria untergebracht ist. Kieswege schlängeln sich durch das wellige Gelände, das abwechselnd aus Hügeln und Kuhlen besteht und mit einer Unterholzvegetation bewachsen ist. Diese Gärten schaffen eine schattige und ruhige Innenwelt, in der man sich verlieren kann, weit weg vom Trubel der Stadt.

Im Herzen des Gebäudes kragt die Terrasse des ersten Stocks als sonnige Lichtung über diese bewaldeten Patios aus. Ein Weg mäandert durch unterschiedliche Bereiche mit aufgeschüttetem Kiesel und schattenspendenden Bäumen und verbindet so die verschiedenartigen Räume, die als Treffpunkte kleineren Gruppen zur Verfügung stehen. Das sukzessive Ansteigen der Topografie wird durch eine differenzierte Verwendung der Kieselgrössen auf den Wegen betont. Auf die betonierten Bereiche im flacheren Bereich folgen feinere Kiesel, die immer gröber werden, bis hin zu stattlichen Felsblöcken, die auf und neben den Wegen abgelegt wurden.

Am Ende der Sequenz – Bezug nehmend auf die Terrassen von André Le Nôtre in Meudon oder Saint-Germain-en-Laye – thront hoch oben mit Blick über den Kanal das Belvedere. Der Bereich wird von einer imposanten Bank aus Naturstein dominiert, die über ihre Materialität auf eine Landschaft weit weg von Paris verweist. Ihre grosszügige, kurvige Form rahmt den Horizont und steht auch externen Besucherinnen und Besuchern zur Verfügung.

Die Suche nach den richtigen Steinen, den passenden Oberflächentexturen sowie einer fein differenzierten Farbschattierung stand im Zentrum des Realisierungsprozesses. Die Bank und der Pflasterbelag des Belvedere wurden aus gelbem Granit hergestellt, der in Portugal abgebaut und vor Ort im Steinbruch behauen wurde. Seine warmen Farbtöne nehmen die Farbe der Flusskiesel in den darunterliegenden Gärten auf. So schafft die Sitzbank aus Granit eine Verbindung zwischen dem Belvedere und seinem urbanen Horizont und bringt die Besucherinnen und Besucher der in der Ferne liegenden Stadt näher.