Wenn es die Natur als Ganzes nicht gibt ‐ dann vielleicht die Landschaft als Wunderkammer. Dabei erscheint im besten Fall die nicht existierende Gesamtheit nicht als Verlust, sondern als Gewinn. Was es für diese Umdeutung braucht, ist ein aufmerksamer Betrachter. Ein Individuum, das die Einzelteile sammelt, neu arrangiert und auch anderen wiederum zur Schau stellt. ‐ Dies macht Günther Vogt in 'Landschaft als Wunderkammer', das man gleichsam selbst als Wunderkammer verstehen könnte, die Einblick gewährt in den vielfältigen Kosmos seines Denken und Arbeitens. Gefragt wird an fünf ausgewählten Orten nach aktuellen Themen und Debatten seiner Disziplin, deren Verhältnis zur Stadt und zur Architektur sowie nach seiner Lehre an der ETH Zürich, seinem persönlichen Arbeitsumfeld und der Bürotätigkeit ‐ letztlich nach einer Haltung.

Diese Studie legt ihrer Fragestellung die Erkenntnis zugrunde, dass die räumliche und urbane Entwicklung in den ehemals ländlichen Zonen nicht die städtebaulichen Bilder und Vorlieben aus der Stadt exportieren kann. Was wir an "Stadt" aufregend finden wird in Mettmenstetten nie entstehen, und sich darüber zu grämen missversteht die dort ablaufenden Prozesse. Unsere Studie nimmt statt dessen eine morphologische Eigenschaft zur Basis ihrer Untersuchung, welche an allen diesen Orten einst eine beherrschende physikalische und naturräumliche Realität war: die Oberfläche des Boden. Wir werfen die Frage auf, inwiefern die entwerferische Beschlagnahmung des Bodens ein Ansatz zur räumlichen Entwicklung dieser Ort sein könnte - einfach weil er mehr als der "Raum" schon immer die ordnende Grösse dieser Orte gewesen war. Gefragt wird also, ob es eine Urbanisierung der Oberfläche gibt, mehr noch, ob die Fläche das Ordnungsprinzip der zukünftigen Stadt darstellen wird. Dafür haben wir fünf Orte in den fünf verschiedenen Zonen als Untersuchungsgebiete festgelegt. In allen Orten hat die Urbanisierung die agrarischen Grundlagen bereits überformt. Ihrer Zugehörigkeit zu verschiedenen Urbanisierungstypen entsprechend sind sie dabei allerdings mit vollkommen unterschiedlichen Entwicklungsständen und Dynamiken konfrontiert. Wie überall hat der Prozess keine räumliche Ordnung hervorgebracht, sondern nur ein Flächenmanagement, das von Ferne mit dem Zonenplan verwandt ist. Diesen spezifischen Prozess beschreibt die Studie in der Folge und stellt die Frage, ob darin ein städtebaulich-entwerferisches Potential liegt.

Günther Vogt legt anhand einer typologischen Struktur (Landschaft, Park, Platz, Garten, Promenade etc.) dar, auf welcher gedanklichen Grundlage die erfolgreichen Projekte von Vogt Landschaftsarchitekten entstehen. In den vergangenen Jahren haben sie viel beachtete internationale Projekte in Europa und den USA realisiert; beispielsweise für die Tate Modern in London, einen neuen Typ des Stadtgartens (mit Herzog & de Meuron), in Zürich haben sie im Hotel Hyatt einen «Wettergarten» von grosser poetischer Kraft geschaffen (mit Meili, Peter Architekten), in Basel einen tropischen Innengarten für den Novartis Campus (mit Diener & Diener) und zuletzt in München den Aussenraum der Allianz Arena gestaltet (mit Herzog & de Meuron). Die Neuauflage ist ergänzt um Projekte, die seit der Erstausgabe 2007 realisiert wurden.

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Wo liegen die Referenzen für die Gestaltung der Stadtlandschaft? Auf welche landschaftlichen Urbilder in unseren Köpfen nehmen unsere Parks und Plätze Bezug? Jeder von uns kann heute per World Wide Web in Sekundenschnelle die beeindruckendsten, exotischsten und extremsten Landschaften besuchen. Das macht die natürlichen und soziokulturellen Gegebenheiten des Ortes zu einer noch bedeutsameren Grundlage für die Gestaltung authentischer, ökologisch wie inhaltlich nachhaltiger Aussenräume. Zwischen der Bilderflug der Medien und den vergessenen Bildern unserer eigenen Landschafts- und Kulturgeschichte müssen wir wieder mit unseren eigenen Augen sehen.
Der Bildband zeigt ausgewählte VOGT-Projekte der letzten Jahre in Fotos von Christian Vogt, der seit vielen Jahren die Arbeit des Büros dokumentiert.

In acht bebilderten Essays werden Paradiese vorgestellt, die auf individuellen und kollektiven Handlungen basieren: Gemeinschaftsgärten in Berlin und Kriegsgärten im Irak, Gebetsteppiche von Muslimen und Eruvs – Zäune, die ein jüdisches Wohngebiet umgeben und erlauben, die Sabbatregel, nichts zu tragen, zu umgehen. Weitere Beiträge widmen sich dem vermeintlichen Paradies, dem gutgläubige Kreditnehmer erliegen oder dem Whole Earth Catalog, quasi dem Vorläufer der Web-Suchmaschinen in den frühen 1970er-Jahren. Franziska Bark Hagen und eingeladene Autoren suchen Lokalitäten auf, an denen die Handlungsanordnungen von gärtnernden Soldaten, betenden Muslimen und aktionistischen Gärtnern das Paradies als die ultimative Utopie vom perfekten Leben immer wieder aufs Neue entstehen lassen.

Franziska Bark Hagen, Professur Günther Vogt, Departement Architektur, ETH Zürich

Erhältlich bei Lars Müller Publishers

 

Nach 'Miniatur und Panorama' ist im Herbst 2010 die neue Publikation von Alice Foxley, Vogt Landschaftsarchitekten, erschienen. 'Distance and Engagement' beginnt dort, wo "Miniatur und Panorama" endet und zeigt nicht nur, woran Günther Vogt und sein Team arbeiten, sondern auch und vor allem, wie bei Vogt gearbeitet wird.
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Die Strasse ist seit jeher einer der wichtigsten öffentlichen Räume. Vor allem in asiatischen Städten ist die Strasse - und nicht der Platz - bis heute der wichtigste Ort des täglichen Lebens. Auch in Tokyo ist die Strasse nicht nur Verkehrsraum, sondern Raum der Kommunikation und des Handelns, ein Raum der erlebt und gelebt wird.

Dieses Buch zeigt, warum sich um die Bahnhöfe Metropolenatmosphäre und in den Nebenstrassen ein Leben von fast kleinstädtischer Qualität entfaltet. Neben historischen und städtebaulichen Analysen der kleinteiligen Qualitäten des öffentlichen Raums wird dabei der Blick direkt auf die Strasse gelenkt und Tokyo mit ausführlichen Bildstrecken aus der Perspektive des Fussgängers gezeigt.

Erhältlich bei Lars Müller Publishers

Das Thema Baumschule wurde an unserem Lehrstuhl umfassend vertieft und in Form von Essay und Reportagen dokumentiert. Obwohl die Pflanzenproduktion ein zentrales Anliegen der Landschaftsarchitektur ist, findet sich dazu bisher wenig Literatur auf dem Buchmarkt. Zeit also, diesem Thema eine Publikation zu widmen. Diese richtet sich an Studierende, Lehrende und Praktizierende in den Bereichen Landschaftsarchitektur, Städtebau, Ökologie und Kulturgeschichte. Sie eignet sich sowohl für ein Fach- als auch für ein Laienpublikum. Die Publikation besitzt einen magazinartigen Charakter und wird  sowohl auf Deutsch als auch Englisch durch Lars Müller Publishers in Europa und in den U.S.A. veröffentlicht.

Dominique Ghiggi, Lehrstuhl Günther Vogt, Departement Architektur, ETH Zürich

Erhältlich bei Lars Müller Publishers

Der öffentliche Raum der Strasse muss den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppierungen grosse Möglichkeiten an Handlungen und Nutzungen gewähren und wird massgeblich durch diese mitgeprägt. In zahlreichen Fotobeobachtungen in Berlin, Shanghai, Tokyo und Zürich wurde ein umfangreicher Bildkatalog dieser Aktivitäten erstellt. Ausgehend von dem entstandenen Bildmaterial werden exemplarisch für jede Stadt spezifische Themen herausgegriffen, in ausführlichen Bildstrecken dargestellt und durch begleitende Texte reflektiert, um so vier charakteristische Nutzungsprofile öffentlicher Räume und die Atmosphäre in der jeweiligen Stadt aufzuzeigen. Die visuell angelegte Studie macht über thematische Querverweise auch Vergleiche möglich.

Jürgen Krusche, Professur Günther Vogt, Departement Architektur, ETH Zürich

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Anhand von Planmaterial, Texten und Fotografien wird die gedankliche Grundlage erläutert, auf welcher die Projekte von Vogt Landschaftsarchitekten seit 2000 entstehen. 30 Projekte, gegliedert in die Aussenraumtypologien – Landschaft, Park, Platz, Garten, Friedhof, Hof, Promenade und Innenraum – werden in Wort und Bild dargestellt: wie z.B. der Aussenraum der Allianz Arena in München, Projekte auf dem Novartis Campus in Basel oder die Masoala Regenwaldhalle im Zoo Zürich.
Mit Beiträgen von den Freunden Olafur Eliasson, Peter Erni, Hamish Fulton, Roman Signer, Olaf Unverzart und Christian Vogt.
Das Buch gewann «Die schönsten deutschen Bücher 2006» in der Kategorie Wissenschaftliche Bücher, Fachbücher.
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Die Welt der Pflanzen ist einer unendlich scheinenden Bibliothek von Büchern vergleichbar. Wie anders lässt sich die Vielfalt der Formen, Farben, Grössen und Gerüche beschreiben? In der Alltagsrealität hilft die Überschaubarkeit des Gartens. Die Beschränkung der Dimension und der Mittel wirkt befreiend. Nicht die Gesamtheit der Pflanzen, sondern der Fokus auf Ausgewählte verlangt unsere Aufmerksamkeit. Ein vollkommener Garten kann uns daher mehr berühren als Natur in urwüchsiger Form. Der Zauber eines Gartens liegt aber nicht allein in der Auswahl verschiedener Pflanzen. Die Wahrnehmung über die Textur der Blätter, die Gerüche der Blüten, den Schatten der Bäume ist direkt und unvermittelt.
Das Buch erschien als Katalog zur Ausstellung „Von Büchern und Bäumen“, einer monographischen Ausstellung über das Büro Vogt Landschaft, des Architekturmuseums Basel vom 27. November 2004 bis 30. Januar 2005.